Route 3 Britz - Britzer Pfuhle und Findlinge

Fennpfuhl Fennpfuhl

Krugpfuhl mit Umgebung ist ein 2125 qm großes Naturdenkmal, das in einer öffentlichen Grünanlage östlich der Fritz-Reuter-Allee liegt. Westlich dieser Allee findet man die berühmte Hufeisensiedlung, an deren „Glücksstelle“ der siedlungsgeschichtlich eindrucksvolle Hufeisenteich liegt. Es handelt sich bei diesem kleinen Gewässer um einen geologisch jungen, erst im Subboreal entstandenen Pfuhl (3800 – 800 v. Chr.). Stratigrafische, archäologische und pollenanalytische Untersuchungen erbrachten, dass bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. (Jungsteinzeit) westlich des Teiches gesiedelt wurde, südlich und südwestlich hatte es bronzezeitliche Dörfer und im 1. bis 2. Jh n. Chr. eine Siedlung germanischer Semnonen gegeben. Der Dorfpfuhl diente als Wasserreservoir. Heute sind seine Ufer z.T. mit Pflastersteinen befestigt. Unterwasserpflanzen sind zu sehen und ein stabiler Bestand an Karauschen soll darin leben (d.i. ein karpfenähnlicher Fisch, dessen Lebensraum stehende Gewässer sind und der tagelang ohne Sauerstoff auskommen kann).

Über die Onkel-Bräsig-Straße, die für ihre japanischen Zierkirschen bekannt ist, erreicht man den Fennpfuhl. Der Begriff „Fenn“ kommt aus dem Niederdeutschen und bezeichnet einen morastig-sumpfigen Tümpel. 1935 wurde er entschlammt. Es entstand ein Gewässer mit Steilböschung, dessen Ufer 50 Jahre später (1984) teilweise wieder abgeflacht und im Süden mit einer Beobachtungsplattform versehen wurde, um den Zugang zum Wasser zu ermöglichen. Heute ist dieser Pfuhl von einem lückenhaften, schmalen Röhrichtgürtel umgeben, an den sich ein kleiner Gehölzgürtel anschließt. Er zählt zu den Naturdenkmalen ebenso wie der Findling, der im „Ehrenhain“ am Fennpfuhl liegt und als Gedenkstein für die Opfer beider Weltkriege dient. Wie der Fennpfuhl ist auch der „Teich Britz“, wie der ehemalige „Rungiusteich“ seit 1988 heißt, ein denkmalgeschützer Pfuhl. Von besonderem Interesse sind hier Siedlungsspuren aus dem 9. und 10. Jh., die slawischen Ursprungs sind.

Beim nächsten Gewässer, dem Britzer Roetepfuhl, das zwischen der Mohriner Allee und dem Massiner Weg liegt, weist schon der Name auf die einst gewerbliche Nutzung hin. Als „Röthen“ bezeichnete man im Mittelalter die natürliche Teichrotte zur Flachsfasergewinnung – ein Arbeitsgang, der die Fasern der Pflanze von ihrem Holz trennt, also den verbindenden „Leim“ (Pektine) auflöst. Man legte den Flachs hierfür mindestens acht Tage in kaltes Wasser. Dieses Verfahren wurde seit der Eisenzeit angewandt und hatte eine starke Belastung solcher Gewässers zu Folge. Heute ist der Britzer Roetepfuhl mit seinen Röhricht- und Unterwasserpflanzen nicht nur für die Fischfauna, sondern auch als Amphibien-Laichgewässer von Bedeutung und genießt aus naturgeschichtlichen Gründen sowie wegen seiner Seltenheit den Schutzstatus eines Naturdenkmals.

Am Rande unseres Pfades und nicht innerhalb unserer Route 3 liegt der “Große Eckerpfuhl”, einer der letzten Feldpfuhle in Britz, der noch von Ackerflächen umgeben ist. Des Weiteren der ganzjährig wasserführende, kleine „Brandpfuhl” sowie „Kienpfuhl” und „Papenpfuhl“, die beide durch Baumaßnahmen ihre ursprünglich runde Form eingebüßt haben.

Lesen Sie hierzu auch unseren Exkurs zu den Neuköllner Naturdenkmalen.

Roetepfuhl Roetepfuhl