Route 4 - Der Britzer Garten

Britzer Garten Britzer Garten

Kultur kommt von „colere“ und heißt bebauen. Der für die Bundesgartenschau 1985 (BUGA) angelegte Britzer Garten ist ein Beispiel gelungener Kultur in diesem Sinne. Landschaftsarchitekt Wolfgang Miller hat den 87 ha großen Erholungspark entworfen und auf ehedem landwirtschaftlich genutztem Land angelegt. Erdreich – hier ausgehoben, dort aufgehäuft – ließ Seen und kleine Berge entstehen; Bauten und Kunstwerke sind in die jeweils räumliche Gegebenheit eingebettet und die angrenzenden Areale abwechslungsreich modelliert.

An den Eingängen (Mohriner Allee, Tauernallee, Buckower Damm, Sangerhauser Weg und am Massiner Weg - kostenloser Rollstuhlverleih am Eingang Mohriner Allee) findet der Besucher im jahreszeitlichen Wechsel bepflanzte Blumenbeete. Im Zentrum des Gartens liegt eine großzügige Seenlandschaft mit Stränden, Buchten, Brücken, drei Aussichtshügeln sowie Quellen, die Bachläufe und Wasserfälle speisen. Ringsum gruppieren sich Themengärten: Zum Beispiel der Rosengarten, geometrisch angelegt mit umlaufenden, geschnittenen Eibenhecken; die Dahlien-Arena, in der die „Blume der Azteken“ in allen Farbschattierungen, Größen und Blütenformen blüht; der Karl-Foerster-Staudengarten mit seinen formal angelegten, farblich unterschiedlich bepflanzten Beeten, seinen Trocken- und Feuchtbiotopen; und schließlich – im Ambiente einer Burgruine – der Hexengarten, in dem u.a. auch Pflanzen wachsen, deren Anbau einst Karl der Große (748-812) in seiner Landgüterordnung vorgeschrieben hat, und Heilkräuter, die bereits aus den Rezeptbüchern der Hildegard von Bingen (1098-1179) bekannt sind.

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Das weitläufige Gelände erlaubt ausgedehnte Spaziergänge. Wer lieber fährt, kann bei schönem Wetter die Museumsbahn für eine knapp einstündige Rundfahrt nehmen. Auch fachliche Exkursionen sind möglich, angeboten vom Freilandlabor Britz. Tiere sieht man in diesem Garten ebenfalls – domestizierte und wilde: Schafe (Skudden), Ziegen und Esel leben im Tiergehege, bunte Hühner und farbenprächtige Pfauen in einer Voliere am Wirtschaftshof, Füchse und Schwäne dagegen suchen sich eigenmächtig ihre Domizile.

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Kulturelle Veranstaltungen werden im Britzer Garten das ganze Jahr über angeboten: Zum Saisonauftakt die Eröffnung der Frühlingsstraße, dann „Tulipan” – das Fest der Tulpen, die zu Tausenden zwischen Frühblühern und Obstbäumen beim Licht des Tages oder in einem Lichtermeer bei Nacht zu bestaunen sind; des Weiteren die Walpurgisnacht, der „Tag des Chores“ und der „Klassiksommer“, der nicht nur Klassik, sondern auch Barock, Romantik und zeitgenössische Musik hören lässt; das Sommersonnenwendfest mit Höhenfeuerwerk am Seeufer und schließlich das Luft-, Flug- und Drachenfest im Herbst.

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Für Kinder ist außerdem hinreichend Gelegenheit zum Spielen da – nicht nur auf Spielplätzen. Eine Spiellandschaft ist eingerichtet mit Weltkugel in der Mitte, von der aus man zu nördlichen Gletschern, südwärts in die Wüste oder in den Bambushain im Osten reisen kann. Dazwischen ist eine Fels- und Wasserlandschaft; sogar einen Himmelssteg gibt’s und ein Lehmdorf: „Makunaima“, benannt nach einer lateinamerikanische Philosophie, wonach die Kinder reif und die Erwachsenen kindlich sind. Erstere, die Reifen, bauen hier in den Sommerferien kleine und große Figuren aus Lehm – Berlins größter Bär zum Beispiel ist schon fertig.

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