Route 2 Köllnische Heide - Von der Schulenburg Park

Von der Schulenburg Park Von der Schulenburg Park

Der Von der Schulenburg Park, benannt nach Rudolf Wilhelm Graf von der Schulenburg (1860-1930), war ehedem sumpfiges, für eine Bebauung ungeeignetes Gelände. Bereits zur Zeit der Weimarer Republik hatte Gartenbaudirektor Ottokar Wagler die architektonische Struktur entworfen, die heute noch sichtbar ist. Das Zentrum des Parks indes wurde erst später gestaltet und mehrmals erneuert. Im Blickfeld stehen hier Wasser-becken und Jugendstilbrunnen. Letzterer – ein Denkmal von und für Ernst Moritz Geyger (1861-1941) – war kurz vor dem I. Weltkrieg von der Stadt Neukölln in Auftrag gegeben worden, wobei der künftige Standort noch unbestimmt geblieben war. 1918 hatte der Bildhauer das Gipsmodell fertiggestellt. „Symbol des Waldesdomes“ nannte er sein Werk. Die turbulenten politischen Ereignisse jedoch sowie die wirtschaftlichen Probleme verhinderten die Vollendung des Geplanten. Gipsmodell und Formteile Geygers fanden keine Beachtung und landeten vorderhand in einem Straßenreinigungsdepot.

1934 erst wurde dem Künstler wieder Beachtung geschenkt und für sein Kunstwerk ein Standort gewählt – der Schulenburgpark, in dessen Zentrum nun ein Wasserbecken gebaut wurde mit Lunette (Möndchen) für Geygers Werk: Ein Kalksteinbrunnen mit 16 wasserspendenden Putten und einem Ensemble aus Hirsch, Reh und Kitz aus Bronze. 1935 wurde er eingeweiht, inszeniert in einer Märchenkulisse – daher sein Name „Märchenbrunnen“. Während des II. Weltkrieges kamen die Bronzefiguren abhanden und auch der Brunnen selbst hat die Bombardements nicht unbeschadet überlebt. In den 1950er Jahren wurde die Anlage zwar restauriert, jedoch ohne die Putten.

1970 entschloss man sich zu einer Erneuerung mit verändertem Wasserbild: Stehende Fontänen, angebracht am oberen Brunnenboden, statt Putten und Schale; und das ehemalige bronzene Ensemble aus Tieren ersetzte man durch Kalksteinplastiken der Bildhauerin Szelinsky-Singer mit Märchenmotiven aus „Brüderchen und Schwesterchen“ und „Aschenputtel“. Das Brunnen-Sanierungsprogramm im Jahre 2001 erlaubte, das historische Erscheinungsbild wieder herzustellen. Fehlende Elemente wie die Natursteinschalen wurden rekonstruiert; an Stelle der einstigen Bronzeputten sind nun die der Künstlerin Anna Bogouchevskaia zu sehen mit Motiven aus frei erfundenen Szenen; und die Wassertechnik des seit 1980 „trockenen Brunnens“ wurde erneuert. Jetzt ist er wieder Blickfang, der „Märchenbrunnen“ an der südlichen Schmalseite des rechteckigen Bassins, in dessen Wasser sich die alten Platanen spiegeln.

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