Route 1 Rixdorf - Körnerpark

Körnerpark Körnerpark

Der Körnerpark liegt in einer stillgelegten Kiesgrube und daher 5 bis 7 m tiefer als das umliegende Gelände. Ihr Besitzer, Franz Körner (1838-1911), der hier einen Garten angelegt und Sonnenblumen gezüchtet hatte, vermachte das Gelände der Stadt Rixdorf mit der Auflage, dass der künftige Park seinen Namen trage. Im Jahre des Erbfalls, 1912, wurde mit der Gestaltung des Körnerparks begonnen. Am Rande bemerkt: Im selben Jahr entdeckte man bei Erdarbeiten an der Grenze ebendieses Gartens (Jonas-/Ecke Selckestraße) das „Reitergrab von Neukölln“ aus dem 5. oder 6. Jh. – ein archäologisch seltenes und wertvolles Zeugnis aus der Zeit der Völkerwanderung, das sich im „Museum für Vor- und Frühgeschichte“ in Charlottenburg befindet.

Zwischen 1912 und 1914 wurde aus Körners Garten ein schlossähnlicher Park im Stil des Neubarock geschaffen: Die Aufteilung streng axial, an der Stirnseite der Hauptachse Balustraden und eine in die Stützmauer eingelassene Orangerie mit vorgelagerter Terrasse, ihr gegenüber eine Kaskadenanlage mit Fontänenbecken und mittig, zwischen diesen beiden Polen, ein von schmalen Wasserkanälen eingefasstes Rasenmedaillon. Die Stützmauern der Längsseiten sind mit hohen Arkadenwänden und monumentalen Steintreppen geschmückt. Schaut man von der Terrasse aus in den Park, so mag der Blick auf die vier Plastiken des Bildhauers Kube fallen: „Die vier Jahreszeiten“. Linker Hand bzw. zwischen der nördlichen Arkadenmauer und Bäumen versteckt liegt ein Blumengarten.

Körnerpark Körnerpark

Während die Parkanlage die Kriegszeit weitgehend unbeschadet überstanden hatte, zeigte sie in den 1960er Jahren zusehends Verfallserscheinungen. Nach und nach mussten aus Sicherheitsgründen Teile des Parks gesperrt werden. Der Gedanke sogar, das Gelände aufzufüllen, war im Spiel, wurde jedoch wegen der Qualität der Anlage und des hervorragenden Baumbestandes wieder verworfen. So begannen 1977 Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten, die 2003 erst zum Abschluss kamen. Die Anlage, deren Entwurf vermutlich auf die Gartenarchitekten Küllenberg und Halbritter zurückgeht, wurde nach historischem Vorbild rekonstruiert und im Jahre 2004 mit der offiziellen Denkmalschutz-Plakette des Landes Berlin ausgezeichnet.

Blickfang des Parks bildet heute während der Sommermonate wieder das zentrale Wasserbecken mit seiner hochsprudelnden Fontäne und die in fünf Stufen aufsteigende Kaskade, deren Becken wiederum mit jeweils einem kleinen Springbrunnen ausgestattet sind. Links und rechts dieses mehrteiligen Brunnens finden die Gäste Liegewiesen. Entlang der Spazierwege stehen Bänke und auf der großen Terrasse vor der Orangerie Strandstühle. Sie, die Terrasse, ist auch Bühne für die alljährliche, kostenlose Konzertreihe: „Sommer im Park“, in deren Verlauf Klassik, Jazz u.a. geboten werden und auch außergewöhnliche Musikgruppen auftreten. Überdies betreibt das Neuköllner Kulturamt in der Orangerie eine engagierte Galerie, die Arbeiten von Künstlern aus dem In- und Ausland im Wechsel präsentiert. Der großzügige, langgestreckte Ausstellungsraum mit hoher Fensterfront und Ausblick auf den Park bildet den geeigneten Rahmen für Skulpturen und Installationen. Die Ausstellung renommierter Künstler indes ist nicht alleiniger Schwerpunkt der Galerie, sondern auch Workshops und Kunstprojekte für Kinder und Jugendliche.

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