Route 1 Rixdorf - Schillerpromenade

Schillerpromenade Schillerpromenade

Den Columbiadamm entlang nach Osten, über die Fontanestraße, die in die Schillerpromenade mündet, erreicht man ein als Nobelviertel konzipiertes Ensemble, das sich gegenüber dem Arbeiterquartier „Rollberg“ nicht nur optisch abheben, sondern vor allem Bewohner anderen Zuschnitts anziehen sollte. Projektinitiative und -realisierung gehen auf Hermann Boddin zurück, Rixdorfs Gemeindevorsteher von 1874-1907 (ab 1899 Bürgermeister). Um 1900 wurde das Straßenraster mit der 50 m breiten Schillerpromenade und dem runden Herrfurthplatz in seiner jetzigen Form festgelegt.

Erste Musterhäuser hatte eine der Terraingesellschaften vor der Jahrhundertwende noch (an der Hermann-/Ecke Herrfurthstraße) errichten lassen. Der Straßen- und Mietshausbau im großen Stil setzte dann ab 1905 ein. Die prächtigen Häuserfassaden zur Straße hin, platanengesäumte Bürgersteige, die Schillerpromenade mit breitem Gehweg, Parkbänken, Blumenrondells und englischem Rasen auf dem Mittelstreifen verliehen dem Viertel einen präsentablen Charakter und großbürgerliches Flair. Die 1914 in der Leinestraße fertiggestellte Baugewerkschule bildet einen Abschluss in zweierlei Hinsicht: Zum einen war damit die Bebauung weitgehend beendet, zum anderen hatte die Genezarethkirche auf dem Herrfurthplatz damit einen südlichen Gegenpart, mithin die Schillerpromenade eine architektonische Schlussnote.

Da dieses Wohngebiet sowohl die Bombardements im Krieg als auch die “Kahlschlagsanierung“ der 1960er Jahre nahezu unbeschadet überstanden hat und seit 1996 qua „Erhaltungsverordnung“ geschützt ist, bietet sich dem Betrachter heute das fast gleiche Bild wie zu Kaisers Zeiten – bis auf den Turm der Genezareth-kirche, dessen Spitze zweimal gekappt wurde: 1939/1940 kürzte man den ursprünglich 62 m hohen Turm wegen des Flugverkehrs zunächst auf 38 m, dann während und wegen der Berlin-Blockade auf 21,7 m.

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