Route 5 Rudow - Rudower Fließ und Meskengraben

Rudower Fließ Rudower Fließ

Man nennt sie auch die „Tränendrüse“ Rudows, diese ehemalige Schmelzwasserrinne, die vom Rudower Dorfkern zur Stadtgrenze am Klein Ziethener Weg fließt. Früher mündete der Meskengraben in das Rudower Fließ. Er wurde jedoch streckenweise zugeschüttet und reicht heute nur noch von der Bartschiner bis zur Neuhofer Straße. Beide Fließgewässer sind aus Abflussrinnen der Weichsel-Eiszeit entstanden, also während des Rückgangs der letzten Vereisung Nord-Europas vor rund 18000 Jahren.

Dass ihre Ufer einst dauerhafte Feuchtgebiete waren, ist heute noch aus der Straßenbezeichnung „Erlenbruchring”  zu erschließen: Erlen wachsen nur auf anhaltend feuchten Böden, also in Flussauen, Brüchen und an Bächen. Während im Falle des Meskengrabens derzeit mit der Renaturierung begonnen wird, ist dieser Prozess beim Rudower Fließ schon weiter gediehen.

Rudower Fließ Rudower Fließ

Dieser Bach war in der Nachkriegszeit und v.a. in den 1960er Jahren durch mehrere Faktoren denaturiert worden: man verbaute die Ufer und begradigte sie, wodurch der Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten reduziert wurde. Hinzu kam, dass das Gewässer als Vorfluter für das Klärwerk Waßmannsdorf und die nahen Rieselfelder fungierte. Die Schmutzwassereinleitung brachte erhebliche Konzentrationen von Stickstoff- und Phosphatverbindungen mit sich. Damit das belastete Wasser schnell abfließen konnte, wurde das Flussbett mit Betonschalen versiegelt. Verändertes Umweltbewußtsein in den 1980er Jahren lenkte den Blick auch auf dieses Gewässer und man beschloss den Rückbau: Die Betonschalen wurden bis auf wenige 100 m im Unterlauf entfernt. Streckenweise schuf man durch Fließaufweitung die Voraussetzung für die Entwicklung natürlicher Ufervegetation, und die Beschattung einiger Uferabschnitte ließ Feuchtbiotope entstehen.

Heute findet man entlang des Fließes Wiesen, Gebüsch und Bäume, die zur Erholung und Beobachtung der Natur einladen. Lehrbiotope sind angelegt und Vogelkundige können hier Mäusebussarde und Turmfalken entdecken. Eine weitere Attraktion ist der Mauerweg, der vom Rudower Fließ nordwärts zum Heidekampgraben und südwärts zum Rudower Wäldchen führt. Und noch eine Kleinigkeit für Eisenbahnlieberhaber: immer am Wasser entlang gelangt man zu einer Eisenbahn-Betonbrücke, die Teil des geplanten Güteraußenrings war – eines ehrgeizigen eisenbahntechnischen Projektes während der NS-Zeit. Nach 1945 wurde die Trasse bis auf den Streckenast Grünau – Flughafen Schönefeld stillgelegt.

Meskengraben Meskengraben